Willkommen bei Edradour!
Obwohl es erst 15:50 ist und ich noch zehn Minuten Zeit habe, verspüre ich schon wieder Druck, denn der Parkplatz ist voll mit Reisebussen und Mietwagen. Arnold Clark tut auf Heckscheiben kund, dass er der große Player im Mietwagen-Game ist. Hertz und Co geben sich lediglich an den Nummernschildern die Blöße. So viel zum britischen Understatement.
Obwohl es erst 15:50 ist und ich noch zehn Minuten Zeit habe, verspüre ich schon wieder Druck, denn der Parkplatz ist voll mit Reisebussen und Mietwagen. Arnold Clark tut auf Heckscheiben kund, dass er der große Player im Mietwagen-Game ist. Hertz und Co geben sich lediglich an den Nummernschildern die Blöße. So viel zum britischen Understatement.
Ich quetsche mich in eine kleine Lücke
und schnappe meine Kamera.
Erstes Highlight meines Urlaubs: die
letzte Besichtigung des heutigen Tages in einer der kleinsten Destillen
Schottlands. An der Kasse wechseln zehn Pfund den Besitzer. Dafür gibt es eine
einstündige Führung, einen Whisky und einen Whiskylikör und zusätzlich ein
Nosingglas mit Schriftzug der Brennerei.
Ich werde von der freundlichen Dame in
den Verkostungsraum geschickt. Unter dem schottischen Pendant der Himmelsscheibe
von Nebra warten bereits etwa zwanzig Leute. Ich der letzte. Scharren mit den
Füssen. Die Leute sind heiß und ich auch. Schon 16:05. Mit der Zeit geizen die
hier nicht, soviel steht fest.
Und dann kommt er angestiefelt. Kilt,
Socken, Paisleymuster. Rot, Grün. Alter ca. Mitte Fünfzig. Ein echter Schotte,
das strahlt der Typ förmlich aus. Riecht unterm Rock bestimmt nicht nach
Veilchenduft. Dreht und bückt er sich etwa gleich und präsentiert uns seinen
Arsch? Got shave the queen! Glücklicherweise nicht.
Dafür Vorstellungsrunde. - My Name is
John, who are you? Unter anderem Philipp!
Where do you come from?
America, Canada, Germany, Japan,
Austria.
What are you doing in Scotland?
Doing research about our ancestors,
being a whiskymaniac, just on vacation...
What is your Relation to whisky?
No relation, just wanted to do a
distillerytour, i like to drink whisky, i am a whiskymaniac...
Ah, nice! Interesting. Welcome to the
Edradour distillery. Lets start the tour!
Darauf folgend sofort die Whiskyproben,
damit der Metabolismus die nächsten 50 Minuten Zeit hat den Alkohol abzubauen. Von
wegen späterem Autofahren und so. Clever. Leider nur eine Standardabfüllung und
süße Sahne mit Prozenten, dafür aber dezent angesäuselt.
Danach geht’s runter zu den Produktionsstätten.
Handcrafted hier, traditional da. Smallest Distillery in Scottland dort. Jaja, ist
klar. Gelungenes Marketing ist wenn man`s trotzdem glaubt.
Ein kleiner Fun links, ein frecher Spruch
rechts. John hat das Publikum im Griff und Alle, die nicht so gut englisch
sprechen, oder nur die Hälfte verstehen, lachen fleißig mit. Dann den Fluss
wieder hoch. Geht es nun zum Fasslager? Richtig!
Beeindruckend. Angels Share in der
Luft.
Der Dozent weiter witzig, informativ
und professionell abgecheckt. Will also schnellstmöglich Feierabend machen. Ich
auch, habe genug Eindrücke gesammelt und muss heute noch durch die komplette
Speyside fahren. Die Glenfarclas-Brennerei zumindest von außen angucken und
weiter bis nach Lossiemouth. Nordseeluft schnuppern und im günstigsten Airbnb
weit und breit eine Nacht verbringen. 120 Meilen insgesamt. Mit Stopps und
etwas Sightseeing zwischendurch sollte die Strecke in etwa vier Stunden machbar
sein.
Dann, kurz vor Schluss der Tour: Ein älterer
deutscher Managertyp hält es nicht mehr aus und faselt irgendwas von: „Whats
with the... Äähhh, Abschreibungen... (an seine Frau gerichtet) wie heißt
nochmal das Wort... ?Ähhh... Whats with the time that the value or worth or the
money you know, that it loses it worth, or value... heißt das so?... Also ähh,
i mean, If you build a building, in Germany we have 20 or more years of ääähh,
we call it Abschreibung you know. The time that the building needs, untill it
looses its value or worth. So if whisky needs to mature so many years. How long
do you make your Abschreibungen on the Lager, äh, the Storage...?“
Das ist nun wirklich würdelos. Macht
hier einen auf smart-dressed und business-administration, kennt noch nicht mal
das Wort „ depreciation“ (habe ich in der Zwischenzeit gegooglet) und stellt
darüber hinaus noch Fragen, die niemanden interessieren.
Seine Frau guckt hilflos abwesend ins
Leere. Naja, vielleicht auch ein wenig selber Schuld, wenn man nach zig Jahren
immer noch in Verbindung mit dem Typen gebracht wird.
Die restliche Crowd versteht nur
railway station. Ich denke mir: Alter, halt doch einfach die F....e!
John dagegen macht eine Kunstpause,
guckt eindringlich, sammelt kurz alle negative Energie aus tausenden dummen
Fragen vieler Jahre Tourerfahrung, transformiert diese in Coolness und haut
staubtrocken heraus: „Whats your Name?“
Die Kartoffel verdutzt:
„Äh, Matthias...!?“
John ganz langsam: „Matthias –
Kunstpause - You know what? – längere Kunstpause und neckischer Blick über alle
gebannt Zuhörenden- Matthias... Its not about time, or value, or Absreibunk...“
Kunstpause... „Its about whisky... nothing else...!“
Allenthalben Begeisterung. Mit einer
kleinen Ausnahme. Finales, versöhnliches Augenzwinkern in eine bestimmte
Richtung. Keine weiteren Fragen. Tour beendet.
Kurz noch in den firmeneigenen Store
gucken, über die hohe schottische Alkoholsteuer ärgern, nichts kaufen und
retour zum Auto. Tür auf, Setzen, Schlüssel rein, Licht an, Gurt um,
Rückwärtsgang, umdrehen, rechten Arm auf Beifahrersitz, Lenkrad rum, Gas,
Bremse, Lenkrad andersrum, ersten Gang, Bremse, Ausfahrt, gucken, rechts
abbiegen uuuund Schussssss...
Zurück zur Autobahn. 5pm, noch knapp 60
Meilen bis zum nächsten Ziel. Wann geht im September eigentlich die Sonne
unter? Würde mal sagen gegen 8pm. Noch ist alles hell. Regen, Wolken, Sonne,
Regen. Gaspedal, Bremse, Spurwechsel, Gaspedal.
Fast wie in Schleswig Holstein hier. Na
gut, dann doch etwas hügeliger, aber nicht natürlich nicht hyggeliger. Landschaft
wird wieder lieblicher. Etwas Hobbingen, etwas Angeln, etwas Granit, oder
Gneis, oder whatever. Einigen wir uns auf Silikatgesteine.
Rechts schlängelt sich ein Fluss. Ist
es etwa die Spey? Spey wie Speyside? Das wäre doch was. Die Straße folgt dem
Fluss. Ich bin nüchtern, doch die zarte Eiche im Gaumen schiebt noch etwas nach.
Kurz mache ich mir bewusst, dass ich in Schottland bin. Hier will ich schon
seit Jahren hin und habe es jetzt geschafft.
Wobei, ich war doch bereits 1995 in
Schottland. Mit meinem Vater, meiner Schwester und seiner damaligen Freundin
Uschi. Der blonden Friseuse aus Hamburg, die uns stets mit ihrer fröhlichen Art,
feschen Dauerwelle und einem weißen Golf Cabrio zu beeindrucken wusste.
Aber Moment, war die überhaupt mit? Auf
jeden Fall war es eine organisierte Bustour inklusive Guide, Mikrofon und allem
drum und dran. Wir waren in einer Destille. Und auf dieser Highlander Burg? Es kann nur einen geben!
Christopher Lambert? Kann schon sein. Werde ich wohl in den nächsten Tagen
Flashbacks der Reise vor 21 Jahren haben? Viele Hauptstraßen gibt es hier ja
nicht und da werde ich wohl die ein, oder andere Standardbusroute passieren.
Wie stark ist die Gedächtnisleistung
eines Mittdreißigers an Erlebnisse in grauer Vorzeit?
Ich kann mich konkret nur an wenige
Dinge erinnern. Wir haben in Hamburg bei Uschi geschlafen und sind dann früh
morgens in einem Industriegebiet von einem Bus abgeholt worden und mittels
Fähre von Bremerhaven nach York in Nordengland gefahren. Während der Überfahrt
habe ich mir in einem unbeobachteten Moment eine Schachtel Peter Stuyvesand
Zigaretten im Schiffshop gekauft und wollte ungesehen eine Kippe auf dem
Panoramadeck durchziehen.
Mein Plan: Vatern und Uschi (sofern
denn mitgekommen) checken die Pennkajüten, meine Schwester hält
walkmanverkabelt Ausschau nach irgendwelchen Britpoppern und der starke Wind in
Kombination mit späterem Kaugummikonsum vertreibt die Kippengerüche. Also raus
an die Reling und herrlich eine Kippe schmöcken. Ahhhhhh!
Urplötzlich dann ein Schock. Das Hemd
und den dazugehörigen Typen a la Jürgen von der Lippe kenne ich doch. Und
tatsächlich, nach noch nicht mal der halben Kippe wackelt plötzlich mein Vater
aus der großen Tür neben dem Panoramadeck heraus, verschafft sich einen
Überblick, fokussiert den leicht pickeligen und ziemlich verdutzt
dreinschauenden Teeny an der Reling und hält nach folgerichtigem Erkennen
direkt auf diesen zu. Ich, mittels des Observierblicks des schlechten Gewissens
mit den entscheidenden Zehntelsekunden Vorsprung gewappnet, schnippe den
Glimmstängel in einer Bewegung vom Mund weg in die Gischt und grinse meinem
Altvorderen dümmlich ins Gesicht. Der hat von dem Manöver nichts mitbekommen,
steuert unvoreingenommen auf mich zu und gesellt sich neben mich. Gut, dass der
Wind günstig steht. Jedoch habe ich noch den Qualm vom letzten Zug in der Lunge
und weiß partout nicht wohin damit. Das Wetter ist zu warm, kondensierter Atem
als Alibi geht nicht. Das „Totmachen“, wie beim Bong kiffen, soll ich erst ein
Jahr später kennenlernen. Davon abgesehen reicht der Atem dazu eh nicht aus, da
ich nicht herzhaft genug durchgezogen habe.
Mein Vater fängt an von Kumuluswolken
und Schönwetter zu reden. Ganz der Marinesoldat, der er ist. Langsam wird die
Luft knapp. Der Alte lässt nicht locker. Komisch, dass bereits dreißig Sekunden
Luftanhalten zum Problem werden. Ich bin echt ein Weichei. Irgendwann muss ich
einfach vor Lachen ob der Absurdität der Situation losprusten und ein dünnes
Fähnchen Rauch haucht meinem Vater entgegen. Seine Reaktion darauf fällt mir
nicht mehr ein, scheint nicht so dramatisch gewesen zu sein. Für mich stand
jedoch viel auf dem Spiel. Unter der Androhung seinen Kindern einen
Bausparvertrag vorzuenthalten, versuchte Monsieur uns mit viel pädagogischem
Geschick vom Rauchen abzuhalten. Hat zumindest langfristig geklappt.
Nach Anlandung in York ging es direkt weiter
nach Edinburgh. Schloss, Innenstadt, graue Steinarchitektur. Hotel mit schweren
roten Teppichen. Alles schön und gediegen. Tags darauf dann ernüchterndes Frühstück.
Bohnen, Würstchen und anderes labberiges Zeugs. Mit fünfzehn ist man in manchen
Dingen noch sehr mäkelig. Dann, wie gesagt, die Destille. Wohl Glenfiddich und
kaum Interesse an diesem komischen Fusel. Dafür lieber Black Metal aufm Walkman
hören. Satyricon – Dark Medival Times.
Erinnerung vorerst ausgesetzt. Mal
gucken, was unterwegs noch hochkommt.
Zurück auf die Autobahn. Jetzt wieder
Tempo, Strecke machen. Schön hier. Dann abbiegen Da kommt das Schild: „Welcome
to the Speyside. Malt Whisky Trail – follow!“ - Jawohl, wird gemacht!
Dann die ersten Pagodendächer in den
Tälern. Links ran fahren. Aussteigen. Luft holen. Feuchte Wärme und ein
leichter Hauch von nassem Schafsfell. Einen ordentlichen Strahl Wasser im
Gebüsch platzieren. In Dunst und Nebel gehüllte Täler. Mystik liegt in der
Luft. Die goldene Stunde. Photos machen und ein wenig in wildromantischen
Männerphantasien schwelgen. Braveheart und so weiter, you know...?!
Jetzt aber schnell zurück in den Käfig,
sonst holt mich vielleicht noch die Banshee. BBC 6 ist ein geiler Sender. Ich
höre „Hinterland“ von „Lonelady“, während ich durch das Kernland der weltweiten
Whiskyproduktion fahre.
Weiter. Tomintoul, Knockando, the
Glenlivet, geht ja gut los mit Brennereien. Innerer Konflikt. Soll ich mir noch
was angucken, oder straight zu Glenfarclas? Letzteres!
Und tatsächlich, rechts auf einmal das
Schild einer der wenigen unabhängigen Brennereien Schottlands. Nix wie rauf
aufs Gelände und ungeniert die Karre auf den Mitarbeiterparkplätzen abgestellt.
Weit und breit keine Seele. Touristen
schon weg. Ein verlassener Gabelstapler, in der Brennerei geht ein Mann im
Blaumann mit einer Kladde in der Hand seine Runden. Der Rest scheint automatisiert.
Ich drehe mit der Knipse in der Hand
meine Runden. Zwischen den Wirtschaftsgebäuden entlang, einen Berg hinab, an
den endlosen Lagern vorbei. Malzgeruch in der Luft. Kurz innehalten, ausmalen,
wie es wohl wäre eine Nacht in den Lagern eingeschlossen zu sein.
Ken Loach, The Angels Share.
Zurück ins Auto und back on the road.
Es dämmert beständig, noch 26 Meilen. Aberlour, Craigellachie, Rothes,
Longmorn, Benriach, Elgin, und so weiter und so fort. Irgendwo nehme ich noch
eine schicke, alte Brücke mit. War`s in Craigellachie? Wo das Wasser des Lebens
gülden fließt...?! Mittlerweile ist es leider dunkel... Da schimmert gar nix
mehr.
Dann steht an einer Tankstelle
plötzlich ein Starfighter herum. Ich bin wohl nicht mehr weit von der Base der
Royal Airforce entfernt. Stand doch irgendwas im Profil von dem Airbnb-Dude von
drin. Er war da wohl irgendwie beschäftigt als Berufssoldat und nun retired.
Rumgewurschtel mit dem Navi,
Wegbeschreibung von Airbnb aus dem Handy suchen. Einsetzender Regen,
reflektierende Autolichter, Einfamilienhausgegend. Sackgasse. Dann eine Auffahrt
und Licht in einer ausgebauten Garage.
Laut Navi bin ich da.
Durch das nasse Fenster sind vier
ergraute Herren mit Dartpfeilen und Bier in der Hand zu erkennen. Einer wird
aufmerksam und bewegt sich zur Tür.
Deftige Begrüßung mit ordentlichem Händedruck.
Im Hintergrund Opernmusik und die grinsenden Kumpels.
Bill, der Hausherr und ehemalige Soldat,
hat eine ziemlich zerschossene Kauleiste, ist sonst aber rührend nett. War
Winchman in einer Sea-King. Seenotrettung also. Wie mein Vater. Nach Nennung
der familiären Gemeinsamkeit ein High five.
Nachdem er jahrelang seine krebskranke
Frau gepflegt hat, bietet er nun die Zimmer seiner Töchter via Airbnb feil.
Frühstück inklusive. Laut Bewertungen macht er phänomenale Omeletts. Mit Reinigung
und Gebühren eine Nacht für 27 Pounds.
Kurz noch den anderen Jungs Hallo
gesagt. Man sei eine Schicksalsgemeinschaft Verwitweter und habe sich in einer
Selbsthilfegruppe kennengelernt und beschlossen sich einmal in der Woche zu
treffen und unter die Arme zu greifen. Erst Haushalt, Garten, oder
Handwerkliches erledigen, dann den geselligen Teil des Tages bis in den späten
Abend miteinander begehen.
Dann bin ich an der Reihe: Sozialpädagoge
und so... Eigentlich kaum zu glauben, aber egal.
Wir checken schnell gemeinsam das
Zimmer und das Badezimmer. Alles paletti. In mir aber schon wieder Hummeln. Ich
muss noch Essen besorgen. Also Verabschiedung von den Jungs und mit Bill
vereinbaren vielleicht später noch einen kleinen Plausch zu halten. Bei Tesco
angekommen kaufe ich Pakoras und Curry. Take three, pay two – five Pounds –
Deal!
Da es nun stärker regnet, spare ich mir
einen Ausflug zum Hafen. Also back Home, Essen ab in die Mikrowelle und ne
Runde mit Bill quatschen. Der schenkt mir sogleich einen süffigen 12jährigen
Glenlivet ein und wir unterhalten uns die folgende Stunde wunderbar. In London
geboren und aufgewachsen entschied er sich zur Royal Airforce zu gehen und
landete in Westschottland. Hier wurde er zum Winchman in einem
Seenotrettungshubschrauber ausgebildet und lernte seine spätere Ehefrau und
Mutter der beiden erwachsenen Töchter kennen. Sein Job war es in Seenot
geratene Menschen und diverse Güter an einer Rettungsleine in den Helikopter zu
hieven. Seine Frau kümmerte sich größtenteils um die Kinder und den Haushalt
und arbeitete nebenbei in einem Supermarkt. Er sei ja oft lange unterwegs gewesen. Weg von zu Hause. Typisches Soldatenleben, sagt er und zuckt mit den Schultern. Leider erkrankte seine Frau kurz nach seiner
Pensionierung vor einigen Jahren an Krebs und Bill pflegte sie bis zu ihrem
Tode. Sie sei die Liebe seines Lebens gewesen! Und während er das sagt, merkt
man, wie das Glück in ihm, diese Frau kennengelernt haben zu
dürfen, der Trauer des leidvollen Begleitens in den Tod bei weitem überwiegt. Die drei Kumpels seien
auch verwitwet und man habe sich in einem Verein kennengelernt, in dem sich
Verwitwete gegenseitig unterstützen. Einmal in der Woche treffen die vier sich
reihum mal beim einen, mal beim anderen und helfen sich gegenseitig in der
Erledigung von Haushalt, Handwerk, Garten und was sonst noch alles so anfällt.
Und weil es unter der Woche immer so still sei, vermiete er eben zwei Zimmer
bei Airbnb. Und ich muss sagen, dass macht er großartig. Bill ist charmant,
witzig und hat ein Faible für cheesy Einrichtungsgegenstände. Mein Zimmer etwa
ist gespickt mit Puppen, Kuscheltieren und anderem Gedöns. Auch scheint im
ganzen Haus der leicht kitschige Geist der Verstorbenen zu wachen. Wohlbehütet
bette ich mich neben eine überlebensgroße schwarze DuffyDuck Puppe und
schlummere dem Morgen entgegen.




